Outdoor Education

Outdoor Education

Outdoor Education ist ein Unterrichtskonzept, das derzeit wachsendes Interesse in vielen Ländern erfährt. In Deutschland ist es aufgrund organisatorischer, struktureller und personaler Hindernisse bisher weitgehend auf den Elementar- und Primarschulbereich beschränkt.

Outdoor Education bedeutet, dass Klassen während der regulären Unterrichtszeit das Klassenzimmer verlassen und die Kinder entweder im Freien oder an anderen Orten (Museen, Lernbauernhöfe etc.) lernen.

Leitgedanke

Leitgedanke

Der Leitgedanke von Outdoor Education ist, dass Kinder und Jugendliche am besten „aus erster Hand“ in authentischer Lernumgebung lernen können. Das bedeutet: Lernen über die Natur in der Natur, Lernen über die Gesellschaft in der Gesellschaft, Lernen über die Umgebung in der Umgebung.

Outdoor Education soll Schulbücher und Klassenzimmer jedoch keinesfalls ersetzen. Lediglich ausgewählte Fachinhalte und Themen des Bildungsplanes, bei denen Lerngewinn durch Outdoor Education zu erwarten ist, werden außerhalb des Klassenzimmers unterrichtet. Outdoor Education stellt somit eine Erweiterung von „Indoor Education“ dar und hängt eng mit dieser zusammen.

Lernen mit allen Sinnen

Ziele

Wissenschaftler und Pädagogen in der ganzen Welt erhoffen sich von Outdoor Education jedoch nicht nur Lernerfolge im fachlichen Bereich. Besonders personale und soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden laut zahlreicher Studienergebnisse durch Outdoor Education gefördert.

Das Lernen durch eigene Erfahrungen, mit allen Sinnen und dem ganzen Körper fördert Neugierde, Fantasie und nicht zuletzt Lernfreude. Es soll zudem mit möglichst viel Bewegung einhergehen, was auch aus neuropädagogischer und medizinischer Sicht unterstützt wird.

Waldtag05

Outdoor Education in Heidelberg

Im Folgenden ein kleiner Bericht eines „Waldtages“ mit Klassen des E.I.

Dienstagmorgen, 8.15 Uhr: Am Forsthaus kehrt Leben ein. Mit zwei Bussen kommen 27 Fünftklässler vom E.I., ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und voller Tatendrang, am Forsthaus im Mühltal bei Handschuhsheim an.
Nach dem Erfassen der wichtigsten Wetterdaten und einem kurzen Tagesüberblick verlassen sie das Forsthaus in Richtung Wald. An diesem Tag steht unter anderem eine Geländeaufnahme auf dem Programm.

Waldtag03

Das Erstellen einer Karte mit Höhenlinien gehört ebenso dazu wie das Kennenlernen heimischer Baumarten. In der Pause toben sich die Kinder auf dem Waldspielplatz oder beim Fußball auf dem Sportplatz aus. Danach werden die Ergebnisse aus der ersten Tageshälfte in Kleingruppen festgehalten. Nach einer kurzen Abschlussrunde wandern die Kinder schmutzig, aber erfüllt, zurück zur Straßenbahnhaltestelle. Seit dem Schuljahr 2013/2014 gehen die fünften Klassen (G9) einen Vormittag pro Woche mit zwei Lehrern in das Mühltal nahe Handschuhsheim, um dort in den Fächern Biologie, Geographie, Naturphänomene und Sport aus „erster Hand und mit viel Herz“ zu lernen.

Waldtag04

Erste Ergebnisse fallen überwiegend positiv aus: viele Kinder, besonders auch leistungsschwächere, scheinen laut einer Datenerhebung der TU München motivierter am Unterricht teilzunehmen als Kinder, die nur im Klassenzimmer unterrichtet werden. Eine zweite Erhebung der Forschungsgruppe deutet an, dass das Aktivitätsniveau beim Outdoor-Unterricht vergleichsweise hoch ist und deshalb wohl wortwörtlich von „bewegtem und bewegendem Lernen“ gesprochen werden kann.

Waldtag01

Die Lehrer sind ebenfalls zufrieden, auch wenn noch viele Dinge verbessert werden können. Besonders freuen sie sich über die Unterstützung von Schul- und Elternseite und über die gewinnbringende Kooperation mit dem Forsthaus Heidelberg, der TU München, der Pädagogischen Hochschule und der GIS-Station in Heidelberg, mit Ökostadt Rhein-Neckar e.V., dem NABU Heidelberg und vielen weiteren Unterstützern. An dieser Stelle sei allen Förderern herzlich gedankt!

Jakob v. Au