Medienbildung am E.I.

Wörter

Warum Medienbildung?

Im letzten Jahrzehnt hat sich die digitale und analoge Medienlandschaft national und weltweit massiv verändert. Drei Entwicklungen sind besonders wichtig:

Erstens führten bezahlbare Smartphones und Datentarife dazu, dass „das Internet“ nun in fast allen Lebenslagen präsent ist. Die bisherige Bindung an stationäre Computer ist nicht mehr notwendig. Jeder kann praktisch von überall auf alle Informationen zugreifen. Die Vielfalt an Anwendungen (Apps) ist kaum überschaubar, denn für fast jedes Problem gibt es eine App. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten spielen für Jugendliche die bedeutendste Rolle: Facebook, WhatsApp, Instagram und Snapchat sind momentan die bekanntesten Namen, aber Trends kommen und gehen schnell in der digitalen Welt. Mit dieser Entwicklung stellen sich uns neue Fragen. Wer kontrolliert eigentlich eine Klassengruppe in WhatsApp? Eltern? Lehrer? Momentan oft niemand und so fühlen sich die jungen Menschen unbeobachtet und stellen ihre eigenen Regeln auf. Was passiert mit Bildern, die ich online stelle? Welche Firma hat wann Zugriff auf meine Daten? Verpasse ich etwas, wenn ich das Smartphone kurz aus den Augen lasse?

Zweitens haben sich die Angebote im Internet stark verändert. In den 1990er Jahren dominierten statische Webseiten, die bestimmte Informationen enthielten. So konnte man sich beispielsweise über neue Produkte informieren oder die ersten Nachrichten online abrufen. Seit etwa Mitte der 2000er Jahre hat sich das Internet zum „Mitmachweb“, zum sogenannten Web 2.0, weiterentwickelt. Es gibt viele Möglichkeiten, eigene Inhalte online zu stellen, andere Posts zu kommentieren und zu interagieren. Als bekanntestes Beispiel dient hier das Online-Lexikon Wikipedia, an dem im Prinzip jeder mitarbeiten kann. Es gibt Blogs mit Kommentarfunktion, in denen jeder ohne großes technisches Hintergrundwissen online Tagebuch führen kann. Junge Menschen nutzen diese bspw. für Weltreisen. Auch hier ergeben sich wichtige Fragen, die die Schule thematisieren muss: Wie kann ich erkennen, ob eine Website glaubwürdig ist? Woher stammen die Informationen und wer ist dafür verantwortlich? Solche Fragen sind unter anderem für eine Recherche im Hinblick auf eine GFS entscheidend.

Drittens hat sich weltweit die Anzahl der Internetnutzer vervielfacht. Im Jahr 2002 hatten global nur 13% aller Haushalte Zugang zum Internet, bis 2014 stieg dieser Prozentsatz auf 44%. Vergleichbar stark ist die absolute Zahl der weltweiten Internetnutzer gestiegen, von knapp 700 Millionen Menschen in 2002 auf fast 3 Milliarden in 2014. Tendenziell wird die Anzahl der Nutzer weiter steigen und damit auch die Notwendigkeit, sich sicher im Netz zu bewegen. Hier rücken gesellschaftliche Fragen in den Vordergrund: Welche Firmen und Staaten haben global Macht über Daten, Geld und politischen Einfluss? Wer hat einen Onlinezugang zu freier Bildung und wer nicht? Ist es gut, wenn Facebook in Indien kostenlos Internet anbietet? Wie verändern sich Gesellschaften, die sehr stark vom Internet geprägt sind?

Unser Verständnis von Medienbildung

Wir wollen die uns anvertrauten jungen Menschen über obige Entwicklungen informieren und sensibilisieren. Danach richtet sich, was wir unseren Schüler*innen vermitteln möchten:

  • Die Kenntnis verschiedener Medien - digital wie analog;
  • Die Kompetenz, diese Medien zielgerichtet für Informationsbeschaffung und Produkterstellung zu nutzen;
  • Technikverständnis, um neue Entwicklungen kritisch hinterfragen zu können;
  • Die Bereitschaft, gesellschaftliche Entwicklungen, die sich aus der fortschreitenden Digitalisierung ergeben, aktiv mitzugestalten.

Elemente von Medienbildung am E.I.

  • Grundlage unserer Arbeit ist der Bildungsplan Baden-Württemberg, der eine explizite Leitperspektive Medienbildung ausweist.
  • In Klasse 5 wird ab dem SJ 2016-17 der Basiskurs Medienbildung unterrichtet. Dieser umfasst ca. 30 Schulstunden und bringt unsere Schüler*innen auf einen einheitlichen Stand im Umgang mit digitalen Medien. Den Link zum Basiskurs findet man hier.
  • Auf der Webseite von Steffen Haschler finden Sie eine weiterführende Sammlung an Links.

Wir freuen uns über Anregungen und Kritik.

Steffen Haschler
Matthias Herb-Seifert