Gerhard Richter BirkenauNick Kraus und Anna Flechtenmacher (K2) im Frieder-Burda-Museum

Besuch der Ausstellung "Gerhard Richter. Birkenau"

Immer noch aktuell ist die Debatte über die Angemessenheit der bildlichen Darstellung des Holocausts, der während des Nationalsozialismus’ in den Konzentrationslagern wie Auschwitz, Birkenau, Buchenwald etc. systematisch betrieben wurde. Die Problematik liegt darin, dass jede Darstellung gleich eine Interpretation ist, wenn nicht sogar ein Kommentar, eine Kritik oder eine Wertung des schrecklichen Geschehens. Genau das lehnt Adorno mit seiner Behauptung „Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll“ radikal ab. Sicherlich ist seine Aussage hochkontrovers, denn man sollte auch bedenken, dass wir alle eine Verpflichtung haben, uns mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und diese aufzuarbeiten.

Außerdem existieren viele Bildzeugnisse, welche von den Häftlingen selbst erzeugt wurden... Dieser Diskurs ist unmöglich in zwei Sätzen darzulegen. Fest steht, dass das Thema einer fundierten Reflexion bedarf. Gerhard Richter studierte Kunst, die in Konzentrationslagern entstand und übersetzte seine „Erkenntnisse“ in großformatige abstrakte Gemälde. Die Serie wurde „Birkenau“ genannt. Darauf sehen wir keine erkennbaren Motive, lediglich Farbe, Tiefe, Spuren, etc. Die Kraft der Arbeiten entsteht durch die beim Betrachter erzeugten Gefühle. Genau diese Gefühle führen einen an eine notwendige Auseinandersetzung mit dem Thema heran. Am Samstag, den 20. Februar 2016, fuhren wir mit  freiwilligen SchülerInnen zur Ausstellung „Große Abstraktion“ im Frieder-Burda-Museum in Baden-Baden und konnten die Wirkung von Richters Serie „Birkenau“ erleben.

Svetlana Gegg