Das Bild zeigt den Brahmaputra im chinesischen TibetDas Bild zeigt den Brahmaputra im chinesischen Tibet; Foto. M. Vermeer

Vom gesamten Wasservorrat der Erde beträgt der Anteil an Süßwasser etwa 2,5%. Gut zwei Drittel davon sind in fester Form als Eis in Gletschern der Hochgebirge oder Polkappen gebunden.
Weltweit fungieren die Hochgebirgsgletscher somit als riesige Süßwasserspeicher, die mit ihrem Schmelzwasser zahlreiche große Flüsse und damit die von ihnen lebenden Menschen mit Wasser versorgen, das als Trinkwasser, zur Energiegewinnung und für die Nahrungsmittelproduktion benötigt wird.
Eine ständig wachsende Weltbevölkerung - insbesondere in China und Indien - sowie ein Anstieg des Lebensstandards führen allerdings zu einem stets wachsenden Bedarf an Süßwasser. Der Klimawandel verstärkt zudem das Tempo der Gletscherschmelze und führt damit zum unwiederbringlichen Verlust wichtiger Wasserressourcen.
So entspringen auch alle großen Ströme Südostasiens (Indus, Ganges, Brahmaputra, Irrawaddy, Mekong, Yangtse und Huang Ho) im Tibetanischen Hochland des Himalaya-Gebirges, also in China.

Um seine Menschen mit Strom und Wasser zu versorgen baut China riesige Staudämme, plant die Umleitung ganzer Flüsse in Tibet und gefährdet damit die Versorgung von Hunderten von Millionen von Menschen in Indien, Bangladesch und Südostasien.
Erschwert wird die Situation durch den Klimawandel, der die Gletscher im Himalaya noch stärker als andernorts schmelzen lässt. Doch auch für die dichtbevölkerten Nachbarstaaten sind die Flüsse wichtige Lebensadern. Nur - wem gehört das Wasser?
Kriege um das "Blaue Gold" dürften sich in den kommenden Jahren weltweit massiv verschärfen. Auch für Indien ist ein militärischer Konflikt um Wasser ein mögliches Szenario.

Indien - Krieg um Tibets Wasser?
von Dr. Manuel Vermeer
am 17. März 2015 um 19.00 Uhr (Eintritt frei)

Dr. Vermeer ist Halb-Inder, Halb-Deutscher und Sinologe. Er forscht, lehrt und berät Unternehmen und Regierung seit über 25 Jahren zu China und Indien. Es sind von ihm zwei Bücher und zahlreiche Artikel, Interviews und Radio/TV-Berichte erschienen. www.vermeer-consult.com