Der Bilinguale Zug

Seit dem Schuljahr 2001/2002 bietet das Englische Institut einen bilingualen Zug an.
Im 8-jährigen Gymnasium kann dieser Zug sowohl im sprachlichen Profil als auch im naturwissenschaftlichen Profil besucht werden. (Sprachenfolge im naturwissenschaftlichen Profil: Englisch, Französisch; im sprachlichen Profil: Englisch, Französisch, Spanisch)


Unser Ziel:

Die englische Sprache soll während der Schulzeit auf eine Weise gefördert werden, durch die die Schülerinnen und Schüler annähernd Zweisprachigkeit erwerben. Diesem Ziel nähern wir uns in fließenden Übergängen.


Der Weg:

Durch einen intensiven sprachlichen Einführungskurs und durch zusätzliche Unterrichtsstunden wird den Schülerinnen und Schülern für diese besondere Aufgabe mehr Zeit und Lern¬stoff gegeben. Dazu kommt ein Rahmenprogramm, das Kontakte mit englischen Mutter¬sprachlern, Sprachreisen, Zertifikate und Schüleraustauschprogramme anbietet.
Als Grundsatz gilt „aufgeklärte Einsprachigkeit“, d.h. so viel in der Fremdsprache wie möglich, in der Muttersprache so viel wie unbedingt nötig; das bedeutet, wenn Hilfe in der Muttersprache erforderlich ist, wird sie gegeben.


Aufbau:

In der Klasse 5 wird durch zwei zusätzliche Stunden ein intensiver Sprach¬unterricht erteilt. Die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zuges erhalten zwei Stunden zusätzlichen Englischunterricht am Nachmittag, der zum Teil von Muttersprachlern gehalten wird. Unsere Fremdsprachenassistentin Charlotte Holmes übernimmt einige dieser Gruppen. Wichtig ist hier, dass es mehr Gruppen als bilinguale Klassen gibt, so dass weniger Kinder am Nachmittag gemeinsam unterrichtet werden. So findet ein höherer Sprachumsatz für das einzelne Kind statt. Der Kenntnisstand der Kinder zu Beginn von Klasse 5 ist dabei nicht ausschlaggebend, denn erst nach einiger Zeit werden die Gruppen eventuell neu gemischt. So soll gewährleistet werden, dass jedes Kind entsprechend seinem Niveau gefördert wird.

In der 6. Klasse wird eine Stunde zusätzlich unterrichtet und es wird schon eine vorberei¬tende Einführung in den zweisprachigen Sachunterricht gegeben, der ab dem nächsten Schuljahr erfolgt.
Im zweiten Halbjahr der 6. Klasse können die Schülerinnen und Schüler in einer Reihe von Cambridge Sprachtests die Prüfung „Flyers“ ablegen, die ihre Fähigkeiten im Verstehen, Schreiben und freien Sprechen belegt. Die Kinder erhalten nach bestandenem Test ein Zertifikat für diese erste außerschulische Qualifikation. Gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens wird den Schülerinnen und Schülern Niveau A2 bescheinigt.
Am Ende der 6. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in den Sommerferien zwei Wochen nach Großbritannien zu fahren, um dort an einem Sprachkurs teilzunehmen. Eine Gruppe von ca. 20 Kindern aus den sechsten und siebten Klassen wird auf der Reise von zwei Lehrkräften des Englischen Instituts begleitet. Nach zwei Jahren intensivem Englischunterrichts können die Kinder ihre erworbenen Kenntnisse im englischsprachigen Ausland
anwenden. Da sie bei Gastfamilien wohnen, bietet die Sprachreise eine ideale Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler, sich in der englischen Sprache zu erproben. Ein Beitrag zu unseren Sprachreisen findet sich ebenfalls auf unserer Homepage. Mehr Informationen zur Sprachschule, die wir seit einigen Jahren in Schottland besuchen, finden sich auf folgender Seite: www.mackenzieschool.com/

Ab der 7. Klasse beginnt die Phase des bilingualen Sachunterrichtes. In verschiedenen Fachbereichen - Biologie, Geschichte, Geographie und Politik - werden die Sachver¬halte in der englischen Sprache vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit erwerben, ihre Ergebnisse auf Englisch zu präsentieren. Die Fachterminologie wird dabei sowohl in der deutschen als auch in der englischen Sprache vermittelt.

In der 7. Klasse wird Geographie 3-stündig bilingual unterrichtet.

In der 8. Klasse werden Geographie 2-stündig und Geschichte 3-stündig unterrichtet. Ebenfalls in Klasse 8 arbeiten die Schülerinnen und Schüler im 14-Tage Rhythmus in kleinen Gruppen mit unserer Fremdsprachenassistentin zusammen. Diese kleinen Konversationsrunden finden parallel zum Unterricht statt und umfassen Themen der unterschiedlichsten Art. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Bildimpulse und kleine Texte, die Anlass zu Gesprächen bieten. Aufgrund der geringen Gruppengröße ist ein hoher Redeanteil gewährleistet.

In der 9. und 10. Klasse wird Biologie/Naturwissenschaften 3-stündig unterrichtet. In Klasse 9 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Zertifikat PET (Preliminary English Test) zu erwerben, das dem europaweit gültigen Niveau B1 im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen entspricht. Unsere Fremdsprachenassistentin Charlotte Holmes bereitet die Kandidatinnen und Kandidaten auf diese Prüfung vor, die an der Volkshochschule in Heidelberg stattfindet. Einen Informationsbrief erhalten die Schülerinnen und Schüler im Januar, die Prüfung selbst findet im März statt. Mehr Informationen zu den Cambridge Zertifikaten finden sich auf folgender Seite: www.cambridgeesol.de

Ebenfalls in der 10. Klasse wird Gemeinschaftskunde/Politik 3-stündig in der englischen Sprache unterrichtet.

In der Oberstufe ist ein Englisch-Kurs Verpflichtung. Angestrebt werden in der Jahrgangsstufe 11 und 12 Sprachprüfungen, die eine wichtige Voraussetzung für den Besuch von amerikanischen und britischen Universitäten (das Cambridge Certificate in Advanced English und TOEFL).


Der Abschluss:

Die Schülerinnen und Schüler können zwischen dem Erreichen des bilingualen Zertifikats und dem Internationalen Abitur Baden-Württemberg wählen.
Zusätzlich zum Englischkurs muss für das bilinguale Zertifikat Biologie oder ein Seminarkurs auf Englisch belegt werden.
Für das Internationale Abitur Baden-Württemberg ist die Belegung eines vierstündigen Biologiekurses mit schriftlichem Abitur auf Englisch nötig.
Welche Kurse angeboten werden, hängt von der Anzahl der Schüler und deren Wahl ab.


Es werden immer höchstens zwei Fächer gleichzeitig bilingual unterrichtet. Der Inhalt und die Ziele dieser Sachfächer entsprechen dem geltenden Curriculum, der auch für die traditionell unterrichteten Klassen gilt. Bei der Benotung zählt die fachliche Leistung.


Die Entscheidung:

Bei den Überlegungen, welches Kind für diesen Zug geeignet ist, sollten folgende Überlegungen eine Rolle spielen:

  • Ist das Kind von der Idee, Englisch zu lernen, begeistert? Hat es in der Grundschule schon Spaß am Englischunterricht gehabt?

  • Ist die Mehrbelastung, die dieser Zug im Vergleich zu den anderen Klassen bedeutet, dem Kind zumutbar?

  • Lernt es gerne und eher leicht? Zu der größeren Anzahl von Unterrichtsstunden kommen möglicherweise noch Hausaufgaben sowie das Erlernen des Fachvokabulars hinzu.

Die Entscheidung sollte davon abhängen, ob die Schülerin oder der Schüler gerne und erfolgreich eine etwas größere Lernanforderung auf sich nehmen möchte. Ein Wechsel in eine traditionell unterrichtete Klasse ist prinzipiell möglich, wenn in einer entsprechenden Klasse Platz ist.


Weitere Perspektiven:

Seit dem Schuljahr 2003/04 wird an der Grundschule ab der 1. Klasse Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. Dadurch ändert sich die Perspektive für den bilingualen Zug, auch in Bezug auf die 2. Fremdsprache, die in der 6. Klasse beginnt. Der intensivere Unterricht im bilingualen Zug baut auf dem Vorwissen der Schülerinnen und Schüler, das vor allem auf der Ebene der Sprech- und Hörfähigkeit erarbeitet wurde, auf. In der 5. und 6. Klasse wird die Basis der sprachlichen und grammatischen Strukturen vermittelt, soweit es der Denk- und Abstraktionsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler entspricht. (Nach den neuen Bildungsstandards werden bis Ende der 6. Klasse z.B. alle Zeiten gelehrt.)
Besonders interessant für die bilingualen Schülerinnen und Schüler ist das Anlegen eines Portfolios, in dem die individuelle fremdsprachliche ‚Biographie’ mit besonderen Leistungen und Erfahrungen, wie Projekte, Zertifikate oder Auslandsaufenthalte, während der gesamten Schulzeit festgehalten wird.

Cordula Zelezny



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ImpressumZuletzt aktualisiert am Fre, 03.Feb.2012